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Räbstäggewältsch

So nannte man die von Einheimischen um die Jahrhundertwende gesprochene Reinacher Geheimsprache. Die Erwachsenen nutzen diese Sprache, um vor allem vor den Kindern Themen zu diskutiere, die nicht für deren Ohren bestimmt waren. Heute sind leider nur noch wenige dieser Sprache mächtig, doch gehört sie fest zur Reinacher Geschichte.

Wie funktioniert «Räbstäggewältsch»?

Die Sprache funktioniert im Dialekt. Die Wörter bleiben gleich, jedoch werden die Vokale durch «adi» ersetzt. (Grundvokale a, e, i, o, u, ergänzt durch die Umlaute ä, ö, ü.) z.B. das deutsche Wort «Willkommen», heisst in Dialekt: «Willkomme» und wird in Räbstäggewältsch zu Wadillkadimmadi.

Willkomme = W(i)adillk(o)adimm(e)adi

Wichtig: jedes Wort bleibt in sich gleich. Es werden einfach die Vokale durch «adi» ersetzt. Doppelvokale (z.B. ie) jedoch nur einmal.

Im Buch ¹«Reinach BL, Beiträge zur Heimatkunde einer jungen Stadt» von 1975, wird vom Verfasser die Sprache anhand seiner eigenen Kindheitserinnerungen und Erzählungen seiner Vorfahren erklärt und auf zwei Seiten niedergeschrieben.


Da die Weitergabe dieser Sprache jedoch ausschliesslich auf mündlicher Überlieferung basiert, gibt es auch hier kleine Unterschiede zwischen noch heute praktizierenden Sprechern und der Erklärung von Hans Windler. So wird z. B. im Buch erklärt, dass der letzte Vokal eines Wortes nicht mehr übersetzt wurde und aus Schüler = Schadiler wurde.

Unseren Recherchen zufolge, haben jedoch viele Familien alle Vokale ersetzt und so wurde aus Schüler = Schadiladir.

Ganz genau können wir es heute auch nicht belegen, doch vermuten wir, dass sicher beides angewandt wurde, sodass sich die Wörter phonetisch noch schön anhörten und man das Gesprochene auch etwas schneller verstehen konnte.

Versuchen Sie es doch mal. Viel Glück - oder auf Räbstäggewältsch - vadil Gladick.

¹Verfasst von Hans Windler und Mitarbeitern, «Reinach BL, Beiträge zur Heimatkunde einer jungen Stadt» Liestal, 1975 

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