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Geschichte

Reinach: vom Dorf zur dörflichen Stadt

Reinach im Baselbiet war lange ein unauffälliges Bauerndorf, dessen Geschichte bis in die römische Zeit zurückreicht. Bis zur Französischen Revolution gehörte es zum Fürstbistum Basel und war erst ab 1815 Teil des Kantons Basel, womit es auch zur Eidgenossenschaft kam.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Reinach rund 1'200 Einwohner und war geprägt von Landwirtschaft, insbesondere durch einen grossen Rebberg sowie ausgedehnte Felder und Wiesen. Bis in die dreissiger Jahre war das heutige Schulgelände noch eine sumpfige Flur, die von Störchen bevölkert wurde.

  • Der Wandel begann 1907 mit der Tramlinie Basel – Aesch, die Reinach erstmals mit der Stadt verband.

  • Dank besserer Verkehrsverbindungen und attraktiven Baulandreserven wuchs die Bevölkerung stetig.

  • Seit 1965 gilt Reinach als Stadt, nachdem die Einwohnerzahl die 10’000er-Marke überschritt.

  • 1988 zählte Reinach bereits 18’063 Einwohnerinnen und Einwohner und ist heute nach Allschwil die zweitgrösste Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft.

  • 2023 Erreichung der Reinacher Einwohner-Marke von 20’000.  

Bürger und Einwohner

Das Dorf Reinach hat sich stark verändert. Früher lebten fast nur Reinacher Bürgerinnen und Bürger hier, heute sind viele Menschen von ausserhalb dazugekommen. Die Entwicklung kann man wie folgt zusammenfassen:

  • Im Jahr 1837 gab es 637 Reinacher Bürger und nur 55 «Fremde».

  • 1941 waren es 744 Ortsbürger und bereits 2069 Niedergelassene.

  • 1965 wurde das Bürgerrecht vereinfacht, sodass es leichter wurde, Bürger von Reinach zu werden.

  • Der Anteil der Reinacher Ortsbürgerinnen und -bürger sank bis Anfang der 1980er Jahre weiter.

  • Seitdem steigt der Anteil wieder und liegt inzwischen bei über 10%.

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Bürgergemeinde und Einwohnergemeinde

Die Reinacher Bürgergemeinde hat trotz ihrer geringen Grösse eine gesetzlich garantierte Bedeutung. Historisch stand sie im Mittelpunkt, während heute die Einwohnergemeinde dominiert. Das Vermögen der Bürgergemeinde stammt ursprünglich nicht von der Einwohnergemeinde, sondern umgekehrt. Im 19. Jahrhundert führte die Niederlassungsfreiheit zu einer Trennung der Vermögen und Aufgaben zwischen Bürger- und Einwohnergemeinde. In Reinach wurde diese Aufteilung erst 1888 abgeschlossen, nach langwierigen Streitigkeiten. Bis 1912 waren Gemeinde- und Bürgerrat personell identisch, erst dann wurde ein eigenständiger Bürgerrat eingesetzt.

Das Gemeindewappen

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"Für die Schweizerische Landesausstellung schufen Heraldiker 1939 für viele Gemeinden Wappen zur farbenfrohen Ausschmückung des "Landi-Höhenweges". Auch Reinach erhielt damals ein Wappen, das vom Gemeinderat am 14. März 1939 genehmigt wurde. Es war wohl heraldisch korrekt, entsprach aber graphisch neueren Ansprüchen nicht unbedingt. Die Subkommission für Gemeindewappen empfahl darum Abänderungen, die bei der Bereinigung der Wappen im Jahre 1949 vom Gemeinde- und Bürgerrat in der heutigen Ausführung genehmigt wurden. Es übernimmt aus dem ersten Wappen den Bischofsstab und die Attribute des Kirchenpatrons St. Nikolaus. Mit den Farben Silber und Blau betont der gespaltene Schild die Zugehörigkeit zum bischöflichen Amt Birseck; der rote Stab (ohne Krabben) erinnert überdies an das Wappen des Bistums Basel."

 

Quelle: Windler, Hans, «Reinach BL, Beiträge zur Heimatkunde einer jungen Stadt», Liestal 1975.Einleitung: «Reinach - vom Dorf zur dörflichen Stadt»: René Salathé, Dr. phil., Reinach

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